Praktika

Urlaub im Praktikum

Geschrieben am 25.04.2019
von Iza Witkowska


Allgemein gilt: Praktikum ist nicht gleich Praktikum! Das gilt auch für die Planung und Vergütung von Urlaubstagen.

 


Wer hat Anspruch?


Ob du als Praktikant überhaupt in der Position bist, Urlaub beantragen zu können, hängt maßgeblich von der Art deines Praktikums und deiner Tätigkeit währenddessen ab:

  • Freiwillliges Praktikum

Wenn du aus eigenem Antrieb und Interesse ein Praktikum antrittst, begibst du dich vertraglich in ein Arbeitsverhältnis. Mit einer regulären Arbeitswoche und zu leistender Arbeit hast du auch gesetzlich geregelten Anspruch auf Urlaub, unabhängig von der eventuellen Vergütung (BurlG §1).

Sich schon im ersten Monat frei zu nehmen kommt unter Umständen nicht nur nicht so gut rüber, sondern ist auch nur möglich, wenn das Praktikum am ersten des Monats begonnen hat. Wenn du also zum Beispiel am 15. August eine neue Stelle antrittst, kannst du erst für September nach Urlaub fragen.

  • Pflichtpraktikum

Bei den meisten Schulen und Universitäten sind Praktika fest in den regulären Lehrplänen vorgesehen. Bei solchen Pflichtpraktika sieht die Rechtslage in Sachen Urlaub wieder ganz anders aus.

Das obligatorisch zu absolvierende Praktikum wird als Teil der schulischen Ausbildung gewertet, bei dem es um das Sammeln von fachspezifischer Berufserfahrung geht und nicht als reguläres Arbeitsverhältnis. Also hast du genauso wenig Anspruch auf bezahlte Urlaubstage, wie bei den anderen Lehrveranstaltungen, an denen du teilnehmen musst.

Viele Arbeitgeber kommen ihren Praktikanten entgegen und gewähren auch hier ein paar freie Tage. Dabei solltest du aber darauf achten, dass damit die Mindestdauer des Pflichtpraktikums nicht unterschritten wird.



  • Ausnahmen

Ein Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet Praktikanten bezahlten Urlaub einzuräumen, wenn deren Anwesenheit keinen wirtschaftlichen Mehrwert hat. Das ist der Fall, wenn das Praktikum lediglich aus Betriebsbesuchen besteht, bei denen du nur zuschauen darfst oder jegliche Aufgaben mit Anleitung und unter Aufsicht ausgeführt werden dürfen.

Heißt im Klartext: Bringst du dem Unternehmen als Praktikant keinen Umsatz ein, dann bekommst du auch keine vergüteten freien Tage.




Wie viele Urlaubstage stehen dir zu?


Die Anzahl der Urlaubstage, die du nehmen darfst, hängt von der Dauer des freiwilligen Praktikums und der betriebsüblichen Urlaubsreglung ab. Das Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer schreibt mindestens 24 zu gewährende Urlaubstage vor (BurlG §3). Pro Monat stehen dir also zwei bezahlte Arbeitstage zu, vorausgesetzt, du wirst mindestens einen Monat als Praktikant beschäftigt und bist älter als 18 Jahre.

Bei jüngeren Praktikanten greift §19 des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Der besagt, dass jeder, der vor seinem 16. Geburtstag arbeitet im Jahr Anspruch auf 30 Werktage Erholungsurlaub hat. Für 16-Jährige gelten danach 27 und immerhin noch 25 Tage für 17-Jährige.

Den gesamten Beitrag findest du auf www.karriere.unicum.de unter diesem Link.