Ausbildung zur Bestattungsfachkraft

Geschrieben am 15.03.2022
von Izabela Witkowska


Manche von euch kennen vielleicht die US-Fernsehserie „Six Feed Under – Gestorben wird immer“. In dieser Serie dreht sich alles um den Tod. Dementsprechend beginnt sie auch mit dem Tod des Bestattungsunternehmers Nathaniel Fisher. Doch was macht man in einem Bestattungsunternehmen eigentlich und welche Ausbildung braucht man dafür?

In erster Linie unterstützt du Menschen, die Angehörige verloren haben: d.h. mit viel Empathie, Geduld und Sensibilität kümmerst du dich um die fachgerechte Überführung und Behandlung der Verstorbenen, organisierst das Begräbnis und berätst die Hinterbliebenen.

Theoretisch könnte man als Bestatterin oder Bestatter auch ohne Ausbildung arbeiten, da der Beruf nicht gesetzlich geschützt ist und eine Gewerbeanmeldung dafür reichen würde.

Dennoch ist für die erfolgreiche Ausübung des Berufes eine fundierte Ausbildung die beste Voraussetzung. 2003 begann in Deutschland die erste Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, seit 2007 ist die Ausbildung ein anerkannter Ausbildungsberuf.

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist eine dreijährige, duale Ausbildung im Handwerk bzw. im öffentlichen Dienst, die meist am 1. August beginnt. Die Ausbildung setzt sich zusammen aus Ausbildungszeiten in der Berufsschule und im Praxisbetrieb.

Es gibt in Deutschland drei Berufsschulen für diese Ausbildung. Die bekannteste ist die staatliche Berufsschule Bad Kissingen, die von Anfang an in die Entwicklung des Ausbildungsberufes eingebunden und an der Gestaltung des bundesweit gültigen Rahmenlehrplans beteiligt war.

Aufgrund des großen Einzugsgebietes der Berufsschulen wird der Unterricht in mehrwöchiger Blockform und meist mit Internatsunterbringung angeboten.

Während der Ausbildung erfolgt eine Zwischenprüfung. Sie findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und gibt dir eine Orientierung zu deinem Lernstand. Am Ende der Ausbildung findet eine Abschluss-/Gesellenprüfung statt.

Nach der Ausbildung kannst du als Gesellin oder Geselle in unterschiedlichen Betrieben arbeiten: in einem Bestattungsunternehmen, auf Friedhöfen, in Krematorien oder in Friedhofsverwaltungen.

Über die Bestatterverbände kannst du dich durch fachliche oder betriebswirtschaftliche Fortbildungen weiter spezialisieren. Du kannst den Meisterbrief erwerben und im Bestattungshandwerk die Leitung eines Betriebes übernehmen und sogar selbst Lehrlinge ausbilden. Außerdem kannst du mit dem Meisterbrief in der Tasche studieren – auch ohne Abitur. Auch kannst du dich zur Betriebswirtin bzw. zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung fortbilden und mit in die Unternehmensführung einsteigen.

„Six Feed Under – Gestorben wird immer“ und das Bestattungswesen bietet interessante Möglichkeiten für deine berufliche Zukunft!

 


Interessante Links:

https://www.bestatter.de/beruf/ausbildung/bestattungsfachkraft/informationen-zum-ausbildungsberuf/

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/15577.pdf