Kreative Berufe: Theatervermittler*in

Geschrieben am 29.05.2024
von a.bojadjieva


Mauricio Schwab Veloso arbeitet als Theatervermittler in der Abteilung Mitmachen & Vermittlung am Staatstheater Darmstadt. Wir haben ihm 5 Fragen über seinen Job und Alltag gestellt. 

1. Wie würdest du deinen Job in zwei Sätzen erklären?

Wir funktionieren (in beide Richtungen) als eine Brücke zwischen dem Theater und der Gesellschaft. Dafür begleiten wir Produktionen am Theater (Nachgespräche, Workshops, Begleitmaterial usw.) und entwickeln Formate, in denen Kinder und Erwachsene selber Theaterspielen lernen können.

2. Wie bist du auf deinen Beruf gekommen?

Auf vielen Umwegen. Ich bin als Regisseur ausgebildet, habe auch mehrere Stücke in der freien Szene geschaffen, dann wurde ich als Regieassistent am Theater angenommen. Hier habe ich die Vermittlung kennengelernt und entdeckt, dass ihre Sicht vom Theater mehr zu meiner eigenen passte, und bin dann in den Beruf „eingestiegen“. Als Regisseur habe ich aber jahrelang Erfahrungen sammeln können, die ich für den Beruf auch nutzen kann, also ich habe da nicht „von Null“ anfangen müssen.

3. Ausbildung oder Studium, was empfiehlst du?

Für den Beruf, denke ich, ist vor allem praktische Erfahrung wichtig. Deswegen finde ich den Ausbildungsweg vielleicht geeigneter, da er näher an der Praxis arbeitet. Auf der anderen Seite habe ich persönlich studiert und habe daraus eine Grundlage, die einen anderen Blick auf das Theater und den Beruf ermöglicht. Schwierig also, beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile.

4. Welche drei Kompetenzen sollte man mitbringen?

Die Fähigkeit, anderen Menschen wirklich zuhören bzw. wahrnehmen zu können, ist für mich eine Voraussetzung: Bei dem Beruf geht es nicht darum, etwas beizubringen, sondern gemeinsam etwas zu schaffen. Außerdem die Flexibilität, sich nicht an dem eigenen Plan festzuhalten und sich immer wieder fürs Neue (also was nicht von dir kommt) zu begeistern.

5. Wie schaut dein typischer Arbeitstag aus?

Den gibt es nicht. Es hängt viel davon ab, in welchem Projekt man drin ist. Es gehört auf jeden Fall viel Zeit vor dem Bildschirm mit organisatorischer Vorbereitung dazu, auch bin ich viel im Theater unterwegs, um mit anderen Menschen die Bedingungen jedes Projekts zu klären. Und dann Zeit mit dem Projekt selbst (also zum Beispiel ein Schauspielworkshop oder ein Festival von Theater-AGs oder die Begleitung einer Kostprobe mit Lehrkräften).