Digitale Souveränität

Geschrieben am 17.04.2019
von Iza Witkowska

Wir sind es gewohnt, E-Mails, Karten, Videos und Chats kostenlos nutzen zu können. Das ist noch gar nicht lange so. Vor ein paar Jahren waren praktisch alle Dienste und Leistungen kostenpflichtig. Die großen Internet-Firmen haben sich inzwischen entsprechend angepasst und bieten uns scheinbar kostenlos viele praktische Dienste an. Die Erstellung eines Accounts bei Facebook, Twitter, Instagram und Co. kostet uns zwar kein bares Geld – aber durch die Preisgabe von Informationen über uns leisten wir doch eine Art von Bezahlung. Wir tauschen unsere Daten gegen ein Profil oder gegen die Nutzung einer Suchmaschine ein, denn für die Anbieter solcher Dienste sind unsere Daten bares Geld wert. Daten gibst du freiwillig preis, wenn du dich für Newsletter einträgst, an Umfragen teilnimmst oder dich für Webseiten und deren Dienste anmeldest.

Wieviel sind meine persönlichen Daten wert?

  • Wie finanzieren sich Social-Media-Firmen?
  • Was hat Google davon, wenn ich seine Suchmaschine benutze?
  • Wer könnte Interesse an meinen Daten haben?


Wir kaufen, was wir kennen – ohne Werbung wüssten wir nicht von Produkten, gerade bei solchen, die neu auf den Markt kommen.

Firmen geben Unmengen an Geld dafür aus, dass wir von ihren Produkte erfahren – sie wissen aber selten, ob sie die richtigen Leute damit erreichen. Online sieht die Sache ganz anders aus. Da können durch die richtigen Informationen Produktinformationen genau auf die individuellen Nutzer*innen angepasst werden.




Uns auf der Spur

In Social Media, aber auch auf allen möglichen Websites und in den Suchhilfen wird Werbung platziert. Die Unternehmen, die diese Werbung platzieren interessieren sich für unsere Daten, um die Werbung genau auf unsere Interessen und Bedürfnisse zuschneiden zu können. Und diese Informationen haben sie von den Anbietern der Portale und Seiten, auf denen wir uns aufhalten. Verschiedene Tracker, Cookies und Drittwebsites sammeln Informationen über unser Online-Verhalten und analysieren dieses. Jeder erhält somit individuelle Werbung und Angebote, die zu einem passen. Natürlich geht es dabei darum, uns zum Kaufen zu animieren.

So kommt es, dass du beispielsweise:

  • Wenn du eine Online-Zeitung besuchst, Werbung von Zalando für ein bestimmtes paar Schuhe bekommst, das du dir vorher dort angesehen hast,
  • Wenn du Amazon aufrufst, ein Buch angeboten bekommst, dessen Titel du zuvor auf Google eingegeben hattest.


Tracker:
So etwas wie Fährtenleser. Wer ein Tracking-Programm hat, kann nicht nur sehen, dass du auf seiner Website gelandet bist, sondern auch, woher du kommst und auf welche nächste Website du gehst. Außerdem sieht er, wie lange du mit welchen Inhalten verbracht hast und wie dein Klickverhalten ist.

Logdateianalyse:
Der Webserver der Website kann nachverfolgen, wann und wie oft du auf eine Website gehst.

Tags & Pixel:
Kleine Bilder, die wir nicht sehen, die aber beim Seitenaufruf dem Webserver gemeldet werden – was für PlugIns hast du installiert (bspw. Werbe-Blocker), wo bewegst du deine Maus entlang?

Cookies:
Wenn Website-Besucher der Nutzung von Cookies zustimmen (wird automatisch so eingestellt), werden die Daten von der Website dauerhaft auf dem Computer gespeichert. Das macht das Surfen schneller, der Websiten-Betreiber weiß aber nicht nur, wann wie oft wo die Website besucht, sondern er kann genau sagen, wer es ist, selbst wenn der Nutzer einige Zeit nicht auf der Website war.
Cookies dienen unserem Rechner als Gedächtnisstütze. Sie merken sich, auf welchen Seiten wir unterwegs waren und welche Daten wir eingegeben haben. Das ist einerseits praktisch, weil wir uns dann nicht immer neu anmelden müssen oder unseren Online-Einkauf fortsetzen können, wenn wir mal unterbrochen wurden. Allerdings merken sich die Cookies natürlich somit auch unsere Daten und können diese ungefragt an andere Empfänger*innen übermitteln.

Drittanbieterwebsites:
Websites, die wir beim Surfen überhaupt nicht bemerken, weil sie sich hinter der Seite, die wir eigentlich aufrufen „verstecken“. Ähnlich wie die Tracker analysieren sie unser Verhalten und liefern dem Anbieter der Seite jede Menge Daten.



Zusammenfassend

  • Firmen sammeln gezielt Informationen um personalisierte Werbung zu schalten.
  • Du hast Einfluss darauf, welche deiner Daten von Unternehmen genutzt werden können.