Digitale Welt

Mein digitales Ich: Verhalten im Netz

Geschrieben am 17.04.2019
von Iza Witkowska


Selbstdarstellung 


Digitaler Fußabdruck


Computerspiele, das Internet und alles, was mit digitalen Medien zusammenhängt, spielt heute bei Nutzer*innen in verschiedenen Altersstufen eine große Rolle. Vor allem soziale Netzwerke bestimmen einen großen Teil des Lebens von Jugendlichen. Sie kommunizieren dort mit virtuellen Freund*innen, tauschen Meinungen und Informationen aus, verabreden sich oder präsentieren sich selbst und ihr Alltagsleben. 



Dabei ist vermutlich wenigen bewusst, dass sie durch ihre Aktivitäten in den digitalen Medien eine eigene Identität für sich schaffen. Die Summe ihrer Online-Präsenz(en) ergibt dabei ein ganz bestimmtes Bild von ihnen, über das sie von Anderen, die sie nicht aus dem realen Leben kennen, eingeschätzt werden. Das Netz ist genauso ein sozialer Raum wie die Umwelt, in der wir uns täglich bewegen. Nutzer*innen sollten daher verstehen, wie sie dieses Bild positiv beeinflussen können. 



  • Social Media: Hierzu zählen Profile auf sozialen privaten Plattformen, inklusive Posts, Bilder, Likes und das digitale Netzwerk, welches man sich über diese Plattformen aufbauen kann. Sobald dort der eigene Name oder die private Mailadresse hinterlegt ist, ist jeder über Suchmaschinen leicht zu finden.
  • Suchmaschinen: Fotos, Zeitungsartikel, Blogbeiträge, Rezensionen und Verlinkungen werden mit dem eigenen Namen verknüpf und sind mit Hilfe von Suchmaschinen leicht zu finden. Hier können auch nach Jahren noch alte Kommentare in Internetforen zu lesen sein.
  • Online Shops: Das Klick- und Kaufverhalten auf Homepages und in Onlineshops hinterlässt ebenfalls Spuren. Über Cookies wird gespeichert, wofür wir uns interessieren. So kann das Einkaufsverhalten leicht nachvollzogen werden.
  • Karriere Accounts auf sozialen Karriereplattformen, inklusive Posts, Bilder, Likes und dem Netzwerk bilden einen weiteren Bereich, der einen digitalen Fußabdruck hinterlässt.


Formen der Selbstdarstellung 


Selbstdarstellung ist in vielen Fällen der vordergründige Zweck der Schaffung einer digitalen Identität. Die Partizipationsmöglichkeiten, die digitale Medien bieten, werden kreativ zur eigenen Darstellung genutzt und haben so auch den Begriff des Web 2.0 geprägt. 



Diese Selbstdarstellung dient immer dazu, Aufmerksamkeit zu erregen und bestimmte Ziele zu erreichen: Angefangen bei Kindern und Jugendlichen, die Anerkennung unter ihren virtuellen „Freund*innen“ und weiteren Nutzergruppen suchen, über den Versuch, eine Karriere als Model, Fashion-Blogger, Fitness-Guru, Künstler*in oder Musiker*in zu starten bis hin zu Vertreterinnen der Politik, die ihre Anhänger im Wahlkampf virtuell um sich scharen, ist alles vertreten.



Wie weit aber Schein und Sein voneinander entfernt sein können, kannst du in diesem Video sehen. Der Kurzfilm regt zum Nachdenken an und verdeutlicht, wie wichtig es ist, am Leben aktiv teilzunehmen, anstatt lediglich ein positives Bild von sich selbst im Netz zu erschaffen.


Jeder Mensch trifft für sich selbst eine Entscheidung, wie sehr er im Internet präsent sein möchte. Grundsätzlich können dabei die Identitäten verschiedene Formen annehmen. In der folgenden Übersicht findest du Formen verschiedener digitaler Identitäten zu Diskussion:



Richtig genutzt, bietet das Internet heute ungeahnte Möglichkeiten, die eigenen Kompetenzen auszubauen und Interessen oder Fertigkeiten zu präsentieren. Das kann in Form eines Instagram-Profils erfolgen, auf dem neue Modetrends gepostet werden, das kann ein Blog zum Thema Nachhaltigkeit sein, ein YouTube-Kanal auf dem selbst produzierte Technik-Tutorials zu einem Computerprogramm veröffentlicht werden oder ein Podcast zu allen möglichen Themen.


Unser Video zeigt Martin Fischer, einen erfolgreichen Podcaster, der das Internet als Plattform nutzt, um sich selbst und sein Interesse in einem positiven Rahmen vorzustellen. Mit seinen regelmäßigen Audiobeiträgen beleuchtet er die Vergangenheit seiner eigenen Familie sowie die der Gesellschaft in der ehemaligen DDR.
 


Der Wert von Daten


Wer nutzt meine Daten?


Wir hinterlassen überall einen Digitalen Fußabdruck. Unsere Daten sind allgegenwärtig. Doch welche Folgen hat das? Wer nutzt unsere Daten? Diskutiere mit anderen, welche Daten online geteilt werden und finde heraus, ob sie sich dessen bewusst sind, wie viele es tatsächlich sind. 

Hier findest du zusätzliche Infos: 



Was sind meine Daten wert?


Es geht darum zu erkennen, welche Daten relevant sein können, welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden können und welche Nutzen oder aber Gefahren sich somit aus öffentlich abrufbaren Daten ergeben . Warum könnten sie für diese Bereiche relevant sein?

Wenn du erfahren willst, was deine Daten den Unternehmen wert sind, kannst du das auf dieser Website berechnen lassen.




MEIN DIGITALES ICH: QUIZ



 


Cybermobbing


Begriff


Leider ist Cybermobbing leichter als Mobbing in der realen Welt, daher ist die Hemmschwelle für Übergriffe oft geringer. Da man sich im Netz z.B. leicht hinter FakeProfilen verstecken kann, ist es möglich, jemanden anonym zu attackieren. Außerdem hat man über Social-Media-Plattformen sehr effiziente und schnelle Verbreitungsmöglichkeiten. Da diese Plattformen außerdem 24h täglich zur Verfügung stehen, gibt es keine Pause und keinen Rückzugsraum für die Opfer (bis auf den Verzicht auf digitale Medien und die damit verbundenen Einschränkungen).



Da sich Demütigungen online schnell und einfach verbreiten lassen, sind folgende Dimensionen zu beachten:

Öffentlichkeit:
Eine unüberschaubare Menge an Personen hat Zugriff auf soziale Plattformen.

Orts- und Zeitunabhängigkeit:
Die Opfer werden überall, auch in seinem privaten Raum, von den Anfeindungen verfolgt - veröffentlichte Beiträge werden dauerhaft gespeichert und können so auch noch nach Jahren abgerufen werden.

Anonymität:
Die Täter*innen können anonym handeln, indem sie ihre Identitäten z.B. hinter einem gefälschten Profilen verbergen.

Durch die Anonymität ist die Hemmschwelle für Cybermobbing weitaus geringer als für Mobbing in der Realität. Wie weit verbreitet Cybermobbing mittlerweile ist und wen es betrifft, zeigt die folgende Grafik:




Arten von Cybermobbing


Bloßstellung: Veröffentlichung intimer Fakten über das Opfer

Rufschädigung: Veröffentlichung falscher/erfundener Informationen über das Opfer

Belästigung: Massives Versenden terrorisierender oder beleidigender Nachrichten über verschiedene mediale Kanäle

Bedrohung: Drohung mit sämtlichen Aktionen, die dem Opfer schaden könnten: Zerstörung von persönlichen Gegenständen, Rufschädigung, Androhung körperlicher Gewalt etc.

Demütigung: Angriff mit dem Ziel, die Reaktion des Opfers verfolgen zu können. Dazu zählen zum Beispiel „Happy Slapping“ Videos, also Aufzeichnungen tätlicher Angriffe auf eine Person.


Hintergründe


Ursachen und Handlungsmöglichkeiten


Die Ursachen für Cybermobbing sind vielfältig und sehr individuell. Erarbeiten Sie mit Ihren Schüler*innen, aus welchen Gründen Angriffe und Übergriffe im Internet stattfinden und welche Maßnahmen man dagegen ergreifen kann.

Oft handeln die Täter*innen aus Langeweile oder Frustration.




Handlungsmöglichkeiten


Wichtig ist zunächst, dass man auf unsoziales Verhalten im Netz aufmerksam macht und das Thema offen anspricht und kritisiert. Auch Mentor*innen können eingeweiht und hinzugezogen werden und wenn nötig, sollten rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Grundsätzlich gilt: nicht nur das Opfer sollte handeln, sondern auch die Beobachtenden.



Trolling und Hate Speech


​Trolling-Angriffe werden durch Einzeltäter*innen aber auch von spezialisierten Geheimdiensteinheiten durchgeführt. Diese Angriffe können auf Gruppen aber auch auf Einzelpersonen abzielen und enorme Belastungen darstellen. Trolling-Angriffe gefährden die freie Kommunikation und Diskussion im Netz.

Hate Speech fördert ein Klima, in dem Diskriminierung und Gewalt gegen bestimmte Gruppen gerechtfertigt erscheinen und bildet somit eine Grundlage für körperliche Übergriffe.




Mehr zum Thema auf www.digitale-lernwerkstatt.com von Accenture