Yara studiert Biologie und Chemie auf gymnasiales Lehramt an der Universität Ulm. Sie engagiert sich im Grünen Klassenzimmer und ist als Mentorin bei Lehramt Mintoring aktiv.
Worin unterscheidet sich MINT an der Universität von MINT in der Schule?
An der Schule sind die MINT-Fächer wie Chemie, Mathe oder Physik stark durch Zeit und Rahmenbedingungen begrenzt. Es bleibt oft nicht genug Raum, um Themen in die Tiefe zu bearbeiten. An der Uni hingegen beschäftigt man sich sehr intensiv mit seinen Fächern, erkennt plötzlich viele Zusammenhänge im Alltag und beginnt, Dinge zu hinterfragen.
Besonders die Laborarbeit ist anders: Man arbeitet viel selbstständiger, übernimmt Verantwortung und kann komplexe oder zeitaufwendige Versuche durchführen, die in der Schule kaum möglich wären. Während die Schule dabei hilft, Interessen zu entdecken, bietet die Uni die Möglichkeit, diese gezielt zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Limitiert ist man dort eher durch die eigene Bereitschaft, Zeit und Energie zu investieren.
Was macht dir im MINT-Studium am meisten Spaß?
Ganz klar die praktische Arbeit. In den biologischen Praktika und chemischen Laboren kann ich die Theorie selbst ausprobieren und kritisch hinterfragen. Außerdem arbeite ich sehr gerne als Tutorin. Besonders schön ist es, zu sehen, wenn Studierende ihre Begeisterung für das Fach auch außerhalb der Uni teilen, z. B. wenn ich mitbekomme, wie sie sich im Praktikum zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie Birdwatching verabreden.
Gab es etwas, das dich im Studium überrascht hat?
Ich dachte, mich würden vor allem Laborarbeiten interessieren. Tatsächlich begeistern mich in der Biologie auch Ökologie und Systematik sehr. In der Chemie hätte ich nie gedacht, dass mir ausgerechnet die physikalische Chemie so viel Spaß macht – trotz der vielen Mathematik. Themen wie Thermodynamik und Quantenmechanik sind einfach unglaublich spannend.
Spielt MINT für dich auch außerhalb der Uni eine Rolle?
Ich bin im Team des Grünen Klassenzimmers des Botanischen Gartens der Universität Ulm tätig. Dort entwickeln und begleiten wir Angebote für Schulklassen und haben viel Freiraum für eigene Ideen. So habe ich ein Konzept für unseren Apothekergarten entwickelt, das Chemie und Biologie verbindet und später weitergeführt wurde. Besonders schön finde ich es, meine Begeisterung für MINT und den Botanischen Garten inmitten von unserer wunderschönen Natur weiterzugeben.

