Bundestagswahlen 2025 – und nun?

Geschrieben am 24.02.2025
von Sharon Rösner


Es wurde in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Vielleicht hast du in den letzten Wochen auch die Entwicklungen verfolgt. Viele Menschen sind deutschlandweit auf die Straße gegangen, um für die Demokratie einzustehen und sich dagegen zu wehren, dass Parteien mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Menschen zusammenarbeiten.

Trotzdem werden einige von ihnen in den Bundestag einziehen. Das kann Angst machen, für Frust und Wut sorgen. Hier ein paar Tipps, die dir in der kommenden Zeit helfen können.

Zunächst: Wenn eine rechtsextreme Partei in den Bundestag einzieht, bedeutet das nicht automatisch, dass sie nun mitregiert. Bisher möchte keine der „großen“ Parteien mit einer rechtsextremen Partei eine Koalition eingehen. Heißt: Sie bleibt am Rand und darf keine Gesetze durchsetzen.

Jetzt gilt es aber trotzdem, engagiert zu bleiben, um zu verhindern, dass solche Parteien zu viel Einfluss erhalten.

1. Demokratie ist mehr als Wahlen

Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen – auf der Straße, in Vereinen, in sozialen Netzwerken und im Alltag.

Mach dir bewusst: Eine hohe Anzahl an Stimmen für rechte Parteien bedeutet nicht, dass die Mehrheit der Gesellschaft so denkt. Am Ende sind es über die Hälfte, die nicht rechts gewählt haben. Das liest sich doch schon ganz anders.

2. Aufklären und Gespräche führen

Viele wählen aus Frust oder Unwissenheit. Nicht alle befassen sich mit den Wahlprogrammen und manche erwarten einfache Lösungen für komplexe Fragen. Indem wir ins Gespräch gehen und Fakten austauschen, können wir dazu beitragen, Falschinformationen zu entkräften. Auch wenn es schwerfällt: Versuch im Gespräch zu bleiben und sag deine Meinung. Wann es sich lohnt, eine Diskussion einzugehen und wann nicht, kannst du in diesem Video erfahren:

https://www.youtube.com/watch?v=Wc2ZvhBwu90

Gleichzeitig gilt: Achte auf dich. Wenn du merkst, dass es dir gerade zu viel wird, denk immer daran: Es ist nicht schlimm, sich mal für ein paar Tage zurückzuziehen und Nachrichten zu pausieren.

3. Engagiere dich

Es gibt viele Möglichkeiten, aktiv zu werden:

  • Demos: Zeige friedlich und laut, dass du mit den aktuellen Entwicklungen nicht einverstanden bist. Nimm deine Freundinnen und Freunde mit und zeigt gemeinsam, für was ihr einstehen wollt. Wenn dir Menschenmassen zu viel sind: Es hilft auch, sich einfach nur an den Rand zu stellen und so Solidarität zu zeigen. Und zur Not kannst du auch jederzeit wieder gehen.
  • Beteiligung: Informiere dich, wo es in deiner Region Jugendorganisationen, Parteien, Projekte und NGOs gibt, die du unterstützen kannst. Die meisten sind auf ehrenamtliche Menschen angewiesen und freuen sich immer über Hilfe!
  1. Vernetzung und Social Media

Achte darauf, wem du mit deinen Accounts folgst und welche Inhalte dir vorgeschlagen werden. Wenn du mit Inhalten nicht übereinstimmst, kannst du mit einem Klick dafür sorgen, dass sich dein Algorithmus anpasst:

  • Markiere Beiträge mit „Nicht interessiert“.
  • Schalte in deinen Einstellungen bestimmte Wörter und Hashtags stumm.
  • Passe die Themen an, die du angezeigt bekommen möchtest.

Es kann auch helfen, Gruppen, Musikerinnen und Musikern, Prominenten und Organisationen zu folgen, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus aussprechen. Dann wirst du ganz schnell sehen: Du bist nicht allein und es gibt so viele Menschen, die sich für eine gute Sache einsetzen.

Und zum Schluss ganz wichtig: nicht den Mut verlieren!

Veränderung und Fortschritt brauchen manchmal lange. Viele Bewegungen haben mit wenigen Menschen angefangen, die immer weitergemacht haben. Daher gilt: weitermachen und sich nicht entmutigen lassen!